Day 5: Unser Rückblick auf eine 22-stündige Familien-Flugreise

Alle schlafen irgendwann. Wirklich alle?

Wir waren ja nicht so naiv zu glauben, dass eine Flugreise mit drei Kleinkindern unter 4 Jahren romantisch werden würde. Dass wir aber dermassen k.o in Sri Lanka ankämen, hätten wir nicht gedacht.

 

Nur soviel: Nach 22 Stunden vom Hotel in Zürich Kloten bis zum Nice Place Hotel im Herzen Sri Lankas schaffte es nach dem Einsteigen ins Auto unseres Fahrers keiner von uns 5 auch nur 10 Minuten wach zu bleiben. Wir verschliefen somit knallhart die ersten Eindrücke, die uns das Land im indischen Ozean präsentierte.

 

Beklagen können und wollen wir uns trotzdem überhaupt nicht: Die Kids haben die Reise wirklich prima gemeistert. Sich mit Mal - und Kleberlibüchli unterhalten. Ab und zu das Klo ausprobiert. Beim Essen uns unterhalten und auf Trab gehalten. Insbesondere Louan ;-) Er war am Ende blütenrein sauber, im Gegensatz zu der Person, die ihn füttern durfte.

 

Und geschlafen haben alle irgendwann. Mit Ausnahme der Eltern. Die Zwillinge schafften immerhin ca. 3 Stunden. Auch wenn Anou nach etwa 1 Stunde vom Sessel purzelte. War ihr aber total egal. Sie schlief ohne auch nur einen Ton von sich zu geben am Boden weiter. Komaähnlich. Im Gegensatz zu Louan. Der arme Kerl fand keinen Schlaf. Wartete ewig auf heisses Wasser für seinen Schoppen, weil irgendwie keiner unsere Bestellung ausführte. Verlor dann natürlich die Nerven. Brüllte nur noch. Also so richtig dolle. So wie es im Albtraum-Bilderbuch für Eltern skizziert würde. Oder wie man sich als Mitreisender den letzten Fahrgast aus Gary Larson vorstellt. Wir hatten extrem Mitleid. Mit Louan. Und ein bisschen mit allen andern. Inklusive uns selber. 

 

Der erste Flug hat uns aber auch bereits gezeigt, dass unsere Kinder vielfach Türöffner für spannende Begegnungen sein werden. Sie haben mit den Sitznachbarn geflirtet, und wir sind dadurch automatisch mit ihnen ins Gespräch gekommen. Seien es die Schweizerinnen auf dem Weg zum Yoga-Kurs in Indien oder der Indonesier, der erstmals über Sri Lanka von Abu Dhabi heimreiste.

 

Das Highlight war aber der Maitre de Cabine vor der Landung in Abu Dhabi. Mit einem herzlichen Lächeln drückte er uns eine grosse Plastiktüte in die Hand. Und meinte: "For your first evening in Sri Lanka. To relax and enjoy." 

Was drin war? 2 Flaschen richtig guter Wein, einmal weiss, einmal rot. Passenderweise aus Neuseeland und Australien. Und Chips. Und Süsses.

 

Irgendwie begegnet man immer wieder Menschen, die einem gutes Tun. Einfach so. Und total unerwartet. Schön.

 

 


Und irgendwann waren wir da. Landeten in Colombo. Yessss, geschafft! Wir wurden von unserem sympathischen Fahrer Priyantha abgeholt und verliessen das Flughafengebäude. Miro lauschte den schönen unbekannten Vogelstimmen, drehte sich dann strahlend zu uns um und sagte:

 

"So also klingt Sri Lanka".

 

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